+++Sensation: Endlich Unsterblichkeit entdeckt+++

Lange hat die Wissenschaft geforscht, um der Menschheit die Unsterblichkeit oder zumindest ein viiiiiiiiiel längeres Leben zu ermöglichen. Wobei ich mir da gerade folgende Frage stelle: Wenn wir in durchschnittlich 80 Lebensjahren schon so viele Teile des Planeten verschmutzen, veröden und zerstören, was schaffen wir dann wohl in 120 oder gar 200 Lebensjahren??? Aber zurück zum Thema: Rosi & Mücke ist das Unmögliche gelungen. Sie haben vielleicht die Unsterblichkeit entdeckt. Nicht in ihrem Wald, nicht im Meer oder in einem kleinen abgeschiedenen Tal der Hoch-Anden, nein im Obstregal des örtlichen Lebensmitteldiscounters. Es gibt dort eine Lebensform, wir nennen sie Apfel, die weigert sich standhaft zu sterben; ein Untoter sozusagen.

PinkLady

Dieser Apfel wurde am 17. August dieses Jahres gekauft, hatte da aber schon ne längere Reise von Neuseeland hinter sich. Noch vor 20 Jahren sind Äpfel total uncool einfach verschrumpelt. Nun könnte es sich hier um eine Genmanipulation oder eine Mutation handeln. Leider ist es viel unspektakulärer. Das „Zaubermittel“ heißt 1-MCP (Methylcyclopropen), Handelsname ShmartFresh. Bei Obst, dass mit dieser Chemikalie behandelt wird, ist die natürliche Alterung verzögert. Nun könnte man sich sagen „Super, hält das Obst endlich n bisserl länger. Kinder mäkeln nicht rum, dass der Apfel so doof aussieht und überhaupt; was in der EU nicht verboten ist, macht doch nicht krank!“. Das ist leider nicht ganz richtig. SmartFresh ist in der EU zugelassen und kennzeichnungsfrei. Allerdings gibt es noch zu wenig Hintergrundwissen oder Langzeitstudien zur Verwendung dieser Chemikalie. Vor allem die Kopplung von Insektiziden/Pestiziden und 1-MCP könnte bedenklich sein, warnen Forscher.

Die Verwendung von SmartFresh bedeutet, dass Verbraucher beim Kauf das Alter des Obstes nicht erkennen können. Der Apfel könnte 3 Monate, aber auch 2 Jahre alt sein. Dass nach dieser Zeit kein nennenswerter Vitamingehalt mehr vorhanden ist, kann man sich denken. Auch wurden den meisten modernen Apfelsorten die für unsere Ernährung so wichtigen Polyphenole ohnehin weggezüchtet. Polyphenole machen die Äpfel sauer, lassen sie nach dem Aufschneiden schneller braun werden und schützen die Früchte vor Schimmelpilzen. Außerdem gilt ein hoher Polyphenolgehalt als besonders gut verträglich bei Allergikern und kann eine bereits vorhandene Apfelallergie sogar lindern.

Zusammenfassend fragt man sich dann allerdings, welchen Sinn macht der Kauf eines Lebensmittels im Supermarkt, das nur noch Reste der früheren gesundmachenden Inhaltsstoffe besitzt. Bioäpfel dürfen übrigens nicht mit SmartFresh behandelt werden, sondern werden in mit Stickstoff angereicherten Hallen gelagert. Da unsere Atemluft zu 78 % aus diesem Gas besteht, eine unbedenkliche Behandlungsweise. Also sollten wir auch den alten, viel gesünderen Apfelsorten und den liebenswert unperfekten Exemplaren den Vorzug geben. So sieht übrigens ein uncooler, nicht behandelter Apfel aus:

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